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OnCoPaTh: Eine neue Versorgungsform, die mehr Selbstbestimmung für Krebs-Patienten ermöglicht?

Innovatives Versorgungsmodell: Im Projekt OnCoPaTh erhalten onkologische Fachkräfte eine Ausbildung zum OncoCoach, um Krebspatienten mehr Unterstützung während der Therapie und mehr Selbstbestimmung im Umgang mit ihrer Erkrankung zu ermöglichen. eHealth-Tec begleitet das Projekt von Beginn an als Konsortialpartner mit seiner innovativen Prozess-Dokumentations-Software. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Innovationsfonds des G-BA.

Kaum eine Diagnose verunsichert die Betroffenen stärker als Krebs. Auch wenn die Erkrankung nicht immer geheilt werden kann, so verlängert sich die Lebenserwartung der Patienten aufgrund der immer besseren Therapiemöglichkeiten. In den Vordergrund tritt dann der richtige Umgang mit der Erkrankung. Hierbei sollen die OncoCoaches unterstützen, denn für Patienten mit Krebserkrankungen ist es wichtig, dass sie über ausreichende Informationen zu ihrer Diagnose und Prognose verfügen.

So wurde in der PACOCT-Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) gezeigt, dass Krebs-Patienten mit ihrer Krankheit selbstbestimmter umgehen und ihre Situation besser bewältigen können, sofern sie Unterstützung durch speziell ausgebildete Pflegekräfte (OncoCoach) erhalten. Die Patienten hatten ein besseres Wissen und höhere Selbstwirksamkeitswerte: Laut einem der Studieninitiatoren, Dr. Manfred Weslau, sind es für Patienten grundlegende Voraussetzungen, um nicht das Gefühl zu haben, der Krebserkrankung hilflos ausgeliefert zu sein.

OncoCoach: Bindeglied zwischen Arzt, Patient und weiteren Versorgern

Bessere Versorgung durch persönliche Beratung und Aufklärung: Auf diesen Studienerkenntnissen basiert das Projekt OnCoPaTh, das eHealth-Tec als Konsortialpartner begleitet. Das Projekt wurde unter der Konsortialführung des Arbeitskreis Klinische Studien e. V. mit zahlreichen Akteuren aus unterschiedlichsten Disziplinen des Gesundheitswesens ins Leben gerufen. Seit Mai 2020 wird es als „Neue Versorgungsform“ durch den Innovationsfond gefördert und evaluiert: „Wir haben hier ein innovatives Betreuungsmodell, das auf der Delegation nicht-ärztlicher Leistungen an eine geschulte Pflegekraft – den OncoCoach – beruht“, erklärt Weslau. Weiteres wichtiges Element des Versorgungskonzepts ist die frühe Integration der palliativen Pflege. Palliativpflegefachkräfte werden konsiliarisch für Patienten in deren häuslichem Umfeld tätig und stehen mit den OncoCoaches im regelmäßigen Austausch. Wichtige Erkenntnisse werden dem behandelnden Onkologen zurückgespielt.

Im Rahmen des Projekts werden onkologische Fachkräfte zu sogennanten OncoCoaches ausgebildet. Der OncoCoach steht dem Patienten für Fragen und individuelle Anliegen zur Seite und stärkt so seine Kompetenz im Umgang mit der Erkrankung. Er übernimmt die Beratung der Patienten und stellt sicher, dass der Patient die Diagnose, die Therapie und mögliche Nebenwirkungen verstanden hat.

„Wir geben den Menschen Orientierung“

Als einer der Konsortialpartner unterstützen wir OnCoPaTh von Beginn an mit der Entwicklung der digitalen Infrastruktur und der Prozesssteuerung. „Das Projekt liegt uns sehr am Herzen und hat enormes Potenzial“, so unser Geschäftsführer Tobias Leipold. „Wenn Menschen diese beängstigende und sensible Diagnose bekommen, sind sie oft hilflos und überfordert. Wir nehmen sie an die Hand und geben ihnen Orientierung.“

Unsere Software unterstützt hierbei die Arbeit der OncoCoaches und Palliativpflegekräfte in der Studie: Dort sind Prozesse standardisiert in Form von Pfad-Checklisten als Dokumentationsgrundlage enthalten. Die Prozesse werden zusammen mit den Projektpartnern konfiguriert. „Die Rückmeldung aus der Praxis ist immer das beste Feedback“, so Leipold. Die Dokumentation der Maßnahmen erfolgt übersichtlich und sicher.

G-BA-Förderung ermöglichte den Projektstart

Umso mehr freut es uns, dass OnCoPaTh nun offiziell losgehen konnte: Seit Mai 2020 wird das Projekt durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Es soll unter anderem wissenschaftlich untersucht werden, inwieweit OncoCoaching und die frühe Integration der palliativen Pflege die Kompetenz der Krebspatienten im Umgang mit ihrer Erkrankung verbessert und ihre Lebensqualität steigern. Ende August startete der erste Block der OncoCoach-Ausbildung und wir sind bereits sehr gespannt auf die Erkenntnisse aus der Praxis. Nun ist auch die letzte Hürde überwunden – kürzlich hat die Ethikkommission der hessischen Landesärztekammer ihr positives Votum für OnCoPaTh abgegeben. Ende September konnte bereits das erste onkologische Studienzentrum mit der Datenerhebung beginnen. Ab Mai 2021 ist es dann voraussichtlich so weit: Dann werden rund 60 OncoCoaches ihre neuen Fähigkeiten in die Patientenbetreuung einbringen. Insgesamt sollen rund 1.800 Patienten an der Studie teilnehmen. Wir wünschen allen Projektbeteiligten viel Erfolg!

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projektwebsite: www.oncopath.de.

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