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OnCoPaTh: Diese neue Versorgungsform ermöglicht mehr Selbstbestimmung für Onkologie-Patienten

Innovatives Versorgungsmodell: Im Projekt OnCoPaTh erhalten onkologische Palliativpflegekräfte eine Ausbildung zum OncoCoach, um Krebspatienten mehr Unterstützung in der Therapie und mehr Selbstbestimmung im Umgang mit ihrer Krankheit zu ermöglichen. eHealth-Tec begleitet das Projekt von Beginn an als Konsortialpartner mit seiner innovativen Prozess-Dokumentations-Software.

Kaum eine Diagnose verunsichert die Betroffenen stärker als Krebs. Auch wenn die Erkrankung nicht immer geheilt werden kann, so verlängert sich die Lebenserwartung der Patienten aufgrund der immer besseren Therapiemöglichkeiten. In letzter Zeit nehmen onkologische Erkrankungen immer häufiger chronische Formen an und werden für viele Betroffene zum Alltag. In den Vordergrund tritt dann nicht die Frage nach der Heilung, sondern nach einem richtigen Umgang mit der Erkrankung. Darauf sind viele Patienten allerdings nicht vorbereitet. Und Onkologen können sich im oftmals hektischen Berufsalltag nicht für jede Frage Zeit nehmen. Dabei ist es gerade für Patienten mit chronischen Krebserkrankungen zentral, über ausreichende Informationen zu ihrer Diagnose und Prognose zu verfügen.

So wurde in der PACOCT-Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (WINHO) gezeigt, dass Onkologie-Patienten mit ihrer Krankheit selbstbestimmter umgehen und ihre Situation besser bewältigen können, sofern sie Unterstützung und Palliativ-Betreuung durch speziell ausgebildete Pflegekräfte erhalten. Die Patienten hatten ein besseres Wissen und höhere Selbstwirksamkeitswerte: Laut einem der Studieninitiatoren, Dr. Manfred Weslau, sind es für Patienten grundlegende Voraussetzungen, um nicht das Gefühl zu haben, der Krebserkrankung hilflos ausgeliefert zu sein.

OncoCoach: Bindeglied zwischen Arzt und Patient in der Palliativ-Versorgung

Bessere Versorgung durch persönliche Beratung und Aufklärung: Auf diesen Studienerkenntnissen basiert das Projekt OnCoPaTh, das eHealth-Tec als Konsortialpartner begleitet. Das Projekt wurde unter der Konsortialführung Arbeitskreis Klinische Studien e. V. mit zahlreichen Akteuren aus unterschiedlichsten Disziplinen des Gesundheitswesens ins Leben gerufen. Daraus ist eine neue ergänzende Versorgungsform in der Palliativ-Onkologie entstanden: „Wir haben hier ein innovatives Betreuungsmodell, das auf der Delegation nicht-ärztlicher Leistungen an eine geschulte Pflegekraft – den OncoCoach – beruht“, erklärt Weslau.

Im Rahmen des Projekts werden Palliativpflegekräfte zu sogennanten OncoCoaches ausgebildet. Der OncoCoach übernimmt Aufgabenbereiche, die über die Palliativpflege hinausgehen: Er steht dem Patienten für Fragen und individuelle Anliegen zur Seite und stärkt so seine Kompetenz im Umgang mit der Erkrankung. Zusammen mit dem behandelnden Onkologen werden sie zu einem Team. Der Onkologe bestimmt die Behandlungsmethode, der OncoCoach übernimmt die Beratung der Patienten und stellt sicher, dass der Patient die Diagnose, die Therapie und mögliche Nebenwirkungen verstanden hat. Die medikamentöse Behandlung im Rahmen der Krebstherapie bleibt für Patienten gleich.

„Wir geben den Menschen Orientierung“

Als einer der Konsortialpartner unterstützen wir OnCoPaTh von Beginn an mit der Entwicklung der digitalen Infrastruktur und der Prozesssteuerung. „Das Projekt liegt uns sehr am Herzen und hat enormes Potenzial“, so unser Geschäftsführer Tobias Leipold. „Wenn Menschen diese beängstigende und sensible Diagnose bekommen, sind sie oft hilflos und überfordert. Wir nehmen sie an die Hand und geben ihnen Orientierung.“

Dazu trägt unsere Software bei: Dort sind Prozesse für den OncoCoach standardisiert in Form von Pfad-Checklisten. als Dokumentationsgrundlage enthalten. Die Prozesse werden zusammen mit der Praxis konfiguriert. „Die Rückmeldung der Praxis ist immer das beste Feedback“, so Leipold. Die Dokumentation der Maßnahmen erfolgt übersichtlich und sicher.

Aber nicht nur die digitale Infrastruktur haben wir beigesteuert: „Wir waren seinerzeit mit die Taufpaten!“, erinnert sich Leipold. „Wir saßen mit unseren weiteren Konsortialpartnern in Berlin zusammen und haben gemeinsam Ideen entwickelt.“

BMG-Förderung ermöglichte den Projektstart

Umso mehr freut es uns, dass OnCoPaTh nun offiziell losgehen konnte: Seit Mai 2020 wird das Projekt durch den Innovationsfonds des Bundesministeriums für Gesundheit gefördert. Es soll wissenschaftlich nachgewiesen werden, inwieweit die frühe Einbindung von speziell ausgebildeten Pflegekräften die Kompetenz der Krebspatienten verbessert und ihre Lebensqualität steigert. Ende August startete für die ersten Palliativpflegekräfte der erste Block der OncoCoach-Ausbildung und wir sind bereits sehr gespannt auf die Erkenntnisse aus der Praxis. Nun ist auch die letzte Hürde überwunden – kürzlich hat die Ethikkommission der hessischen Landesärztekammer ihr positives Votum für OncoPaTh abgegeben. Ende September konnte bereits das erste onkologische Studienzentrum mit der Datenerhebung beginnen. Ab Mai 2021 ist es so weit: Dann werden rund 60 OncoCoaches ihre neuen Fähigkeiten in die Patientenbetreuung einbringen. Insgesamt sollen rund 1.800 Patienten an der Studie teilnehmen. Wir wünschen allen Projektbeteiligten viel Erfolg!

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projektwebsite: www.oncopath.de.

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